Neuigkeiten aus dem Stadtrat: Sitzung vom 26.01.2026

Der Stadtrat hat das Postulat für einen geschützten Pausenplatz beim Schulhaus Pestalozzi angenommen. Damit anerkennen wir ein Anliegen, das von den Schülern selbst eingebracht wurde und das seit Jahren besteht.
Ich erinnere mich gut an den Präsentationstag im Herbst 2024, als Schulklassen den Stadtrat besucht haben. Der fehlende Witterungsschutz auf dem Pausenplatz war damals eines der Themen, das die Jugendlichen besonders beschäftigt hat. Solche direkten Rückmeldungen sind wertvoll und verdienen Gehör.
In den letzten Jahren wurden bereits verschiedene Investitionen umgesetzt: zusätzliche Bäume, erneuerte Sitzgelegenheiten und Sonnenschirme. Für 2026 sind weitere, gezielte Investitionen budgetiert. Das zeigt, dass das Anliegen ernst genommen wird, auch wenn aufgrund baulicher und planerischer Rahmenbedingungen derzeit nur verhältnismässige Lösungen möglich sind.
Gleichzeitig stehen in den nächsten Jahren umfassende Sanierungen im Gebiet Pestalozzi–Hallenbad an. Es ist richtig, jetzt pragmatische und kostenbewusste Investitionen zu tätigen und die Anliegen der Schülerinnen und Schüler konsequent in die Gesamtplanung einzubringen.
Für mich ist entscheidend, dass wir Verantwortung übernehmen, mit Augenmass investieren und die Betroffenen einbeziehen. Gute Lösungen entstehen, wenn man zuhört und Schritt für Schritt vorgeht.

Der Stadtrat hat den Auftrag der Grünen Partei angenommen, wonach Burgdorf den Zertifizierungsprozess für das Label „Grünstadt Schweiz“ starten soll. Ich habe diesen Auftrag im Stadtrat abgelehnt.
Warum? Ganz einfach: Die Stadt Burgdorf arbeitet bereits heute in vielen Bereichen konsequent und pragmatisch in diese Richtung. Massnahmen zu Grünflächen, Biodiversität und Anpassung an den Klimawandel laufen – konkret, wirksam und ohne zusätzlichen administrativen Ballast. Ein Label ändert nichts an der Realität draussen. Es schafft keine neuen Bäume, keine besseren Plätze und keine spürbaren Verbesserungen für die Bevölkerung. Was es aber bringt, sind zusätzliche Kosten, Berichte und Prozesse.
Ich stehe für Lösungen, die man sieht und spürt, nicht für Etiketten. Wenn wir Geld einsetzen, dann dort, wo es direkt Wirkung zeigt: im Unterhalt unserer Anlagen, im Stadtbild und bei der Sicherheit. Burgdorf braucht keine Auszeichnung, um verantwortungsvoll zu handeln. Es braucht Augenmass, klare Prioritäten und einen sorgsamen Umgang mit Steuergeldern.

Der Stadtrat hat der Änderung der Überbauungsordnung Nr. IV «Buchmatt» zugestimmt. Damit wird der Weg frei für ein zusätzliches Mischfutterwerk der Kunz Kunath AG sowie für die planerische Sicherung bestehender Anlagen auf dem Areal.
Als Stadträtin mit Verantwortung für Stadtentwicklung und Wirtschaft ist mir wichtig, dass Burgdorf ein verlässlicher und attraktiver Industriestandort bleibt. Kunz Kunath ist seit Jahren ein bedeutender Arbeitgeber und Steuerzahler in unserer Stadt mit enger Verankerung in der Region.
Der geplante Ausbau schafft zusätzliche Arbeitsplätze und stärkt die Produktion inländischer Futtermittel. Das bringt nicht nur Wertschöpfung, sondern auch stabile Steuererträge für Burgdorf. Solche Betriebe tragen konkret dazu bei, dass wir unsere Infrastruktur, Schulen und öffentlichen Leistungen langfristig finanzieren können.
Das Verfahren wurde sorgfältig geführt: Fachlich begleitet, öffentlich aufgelegt und blieb ohne Einsprachen. Das zeigt mir, dass die Lösung nachvollziehbar ist und von der Bevölkerung akzeptiert wird.
Mir ist bewusst, dass Gebäudehöhen und Stadtbild Fragen aufwerfen können. Genau deshalb braucht es klare Regeln, Planungssicherheit und Augenmass. Mit der Anpassung der Überbauungsordnung schaffen wir Transparenz und eine saubere rechtliche Grundlage – statt weiterer Ausnahmen.
Eine Ablehnung hätte das Risiko erhöht, dass ein wichtiger Arbeitgeber Burgdorf den Rücken kehrt. Verantwortung heisst für mich, solche Folgen mitzudenken und pragmatische Lösungen zu ermöglichen.

Der Stadtrat hat das dringliche Postulat zur Sicherstellung der suchtmedizinischen Versorgung nach der angekündigten Schliessung des BZS biwak angenommen. Ich habe diesem Postulat zugestimmt, weil für mich die Sicherheit in Burgdorf an erster Stelle steht.
Ich halte fest: Die Situation wurde bereits frühzeitig in der Sozialkommission sowie durch den zuständigen Gemeinderat und den Gesamtgemeinderat intensiv analysiert. Aus meiner Sicht wäre eine Interpellation das sachlich passendere Instrument gewesen. Trotzdem habe ich mich bewusst dafür entschieden, dem Postulat zuzustimmen, um Klarheit zu schaffen und die weiteren Schritte eng zu begleiten.
Für mich ist entscheidend, dass Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum jederzeit gewährleistet sind. Gerade der Bereich rund um den Bahnhof ist sensibel. Ich kenne viele Burgdorferinnen und Burgdorfer, die sich dort unsicher fühlen. Ich bin deshalb dafür, dass sich die suchtmedizinische Versorgung künftig nicht mehr direkt beim Bahnhof befindet.
Ebenso klar ist für mich: Mit oder ohne Abgabestelle darf es in Burgdorf keine offene Drogenszene geben. Ich erwarte, dass die Polizei und die zuständigen Stellen konsequent handeln und keine Grauzonen entstehen lassen. Gerade in den kommenden Monaten braucht es rund um den Bahnhof besondere Aufmerksamkeit und klare Präsenz.
Ich sehe zudem die Chance, bestehende Angebote sicherheitsverträglicher und alltagstauglicher weiterzuentwickeln. Dazu gehört die Prüfung, ob für einzelne Betroffene ein Umstieg auf Methadon möglich ist. Diese Behandlung kann über Apotheken oder Hausärzte erfolgen und würde die Situation vor Ort zusätzlich entlasten.
SVP Burgdorf